Interne Qualitätssicherung

Aufbau, Standards und Richtlinien für die interne Qualitätssicherung legt jede Pflegeeinrichtung selbst fest. Dennoch muss sie sich dabei an gesetzliche Vorgaben und Anforderungen des SGB XI halten.
Wie unser Qualitätsmanagement beschrieben ist, erfahren Sie untenstehend. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus Gründen des Patienten- und Datenschutzes an dieser Stelle nicht alle innerbetrieblichen Details veröffentlichen können.


1. Standards & Richtlinien

Wir haben Standards entwickelt, die wir in unserer täglichen Arbeit zur Anwendung bringen und die dem aktuellen pflegewissenschaftlichen Stand entsprechen. Sie sind allen Mitarbeitern bekannt und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Alle Standards befinden sich für jeden Mitarbeiter zugänglich im Qualitätshandbuch.


2. Pflegeplanung & Pflegeanamnese

In der Pflegeanamnese, die uns als Grundlage für unsere Pflegeplanung dient, ermitteln wir individuelle Bedürfnisse und Gewohnheiten unserer Patienten und beziehen diese Informationen in den Pflegeprozess ein. Das AEDL-Modell bildet dabei die Struktur für die Sammlung der Pflegeprobleme und Ressourcen unserer Patienten und ist entscheidend bei der Erarbeitung der Pflegeziele.


3. Pflegedokumentation

Alle von uns erbrachten Leistungen werden dokumentiert. Um unser Dokumentationswesen transparent zu halten und die korrekte Führung der Pflegedokumentation sicherzustellen, haben wir in unserer Hauskrankenpflege Patenschaften gebildet. Das heißt: Jeder Patient hat jeweils eine Pflegekraft und eine Pflegefachkraft als Bezugsperson (Bezugspflege). Beide sind für den Patienten und dessen Pflegedokumentation verantwortlich. Die Zuständigkeiten sind schriftlich festgelegt und werden einmal wöchentlich von der PDL oder deren Stellvertretung aktualisiert. Bei Änderungen erhält jede Pflegekraft und jede Pflegefachkraft einen schriftlichen Nachweis für ihren Zuständigkeitsbereich. Von der zuständigen Pflegefachkraft wird die Pflegedokumentation kontinuierlich nach Standard 13 überprüft.

Ziele der Partnerschaften:

Eine weitere Maßnahme zur Sicherstellung einer korrekten Pflegedokumentation sind die Dokumentenvisiten, die von der Pflegedienstleitung und der Qualitätsbeauftragten in Zusammenarbeit kontinuierlich durchgeführt werden. In der Regel geschieht dies einmal im Quartal. Dazu bringen die Pflegekräfte bzw. Pflegefachkräfte die von der PDL angeforderten Pflegedokumentationen mit in die Besprechungen. Dort werden diese nach Standard 19 überprüft. Die Protokolle der durchgeführten Dokumentenvisiten sind in unserem Ordnersystem hinterlegt und allen Mitarbeitern zugänglich.


4. Bezugspflege

Unsere langjährig beschäftigten Pflegekräfte und Pflegefachkräfte sind motiviert, hoch engagiert und ausgesprochen zuverlässig. Alle Patienten haben bei uns ihre Stammpflegeperson und somit ihren festen Ansprechpartner, zu dem sie Vertrauen haben. Die Pflegekräfte versorgen ihre Patienten täglich einschließlich jedes zweiten Wochenendes. Die Pflegefachkräfte versorgen zu zweit eine Patiententour und wechseln sich dabei jeweils montags ab. So werden die Patienten von zwei Pflegefachkräften versorgt.


5. Pflegevisiten

Die Pflegevisite ist ein wichtiger Teil unserer internen Qualitätssicherung, denn es dient uns als Kontrolle, um die Qualität der pflegerischen Arbeit sowohl am Patienten als auch der Mitarbeiter zu überprüfen. Bei jeder Pflegevisite findet zusätzlich eine fachliche Anleitung der Pflegekraft durch die Pflegefachkraft statt.

Wir führen bei jedem Patienten, der fest bettlägerig bzw. schwer pflegebedürftig ist, einmal im Monat eine Pflegevisite durch. Bei allen anderen Patienten erfolgen die Pflegevisiten alle zehn Monate.

Anhand der Übersicht im PC werden die Termine für die anstehenden Pflegevisiten geplant und die fachliche Anleitung koordiniert.


6. Patienten- und Kundenbefragungen zur Förderung der Qualitätssicherung

Wir führen bei allen Patienten jährlich Befragungen zur Förderung der Qualitätssicherung durch. Voraussetzung dafür ist, dass die Versorgung mindestens zehn Tage andauerte. Eine Ausnahme stellt nur die akute Einweisung in ein Krankenhaus dar.

Werden vom Patienten Kritikpunkte angesprochen, erfolgt eine umgehende Kontaktaufnahme der Pflegedienstleitung bzw. deren Stellvertretung mit dem Patienten, bei der Maßnahmen eingeleitet werden, die der Zufriedenstellung des Patienten dienen. Das Problem und die getroffenen Maßnahmen werden im Fragebogen dokumentiert.

Gibt es seitens des Patienten keine Kritikpunkte und ist der Fragebogen vollständig ausgefüllt, wird in der Übersicht im PC das Befragungsdatum dokumentiert und gleichzeitig der nächste Befragungstermin festgelegt.


7. Beschwerdemanagement

Alle Beschwerden von Patienten oder deren Angehörigen werden sofort und ausschließlich nach Standard 14 bearbeitet. Es erfolgt umgehend ein Rückruf beim Betroffenen. Gegebenenfalls wird zusätzlich ein Hausbesuch vereinbart, um den Sachverhalt zur Zufriedenheit des Betroffenen zu klären. Der schriftlich fixierte Bearbeitungsverlauf, einschließlich der Ergebniskontrolle, wird allen Mitarbeitern zugänglich und bekannt in unserem Ordnersystem abgelegt.

Unabhängig davon und um prophylaktisch Situationen zu vermeiden, die zu Beschwerden führen könnten, führen wir in kontinuierlichen Zeitabständen (alle 6 Monate) eine Abfrage zur Förderung der Qualitätssicherung bei der Patientenbetreuung durch (siehe Patientenbefragungen). Die Auswertung erfolgt am selben Tage durch die PDL oder deren Stellvertretung und die Pflegefachkraft, welche die Pflegevisite durchgeführt hat. Werden Pflegemängel festgestellt, oder sind andere Maßnahmen einzuleiten, werden diese terminlich von der PDL oder deren Stellvertretung im Protokoll dokumentiert und unter Zuhilfenahme des An- und Abmeldebuches überwacht.

Durchgeführte fachliche Anleitungen werden ebenfalls im Protokoll und in unserem elektronischen Datensystem dokumentiert. Auftretende Probleme im Hinblick auf die Pflege werden als Fallbesprechung behandelt und nach Standard 6 bearbeitet. Die Protokolle sind allen Mitarbeitern zugänglich und in ihnen bekannten Ordnern hinterlegt.


8. Betriebsorganisation


Dienstpläne

Spätestens zum 10. eines Monats wird der Dienstplan für den Folgemonat erstellt. Jeder Mitarbeiter erhält ein Exemplar, dessen Erhalt er mit Datum und Kürzel bestätigt. Bei der Erstellung des Dienstplanes werden Urlaubszeiten, Fortbildungen und individuelle Wünsche der Mitarbeiter berücksichtigt. Ebenfalls im Dienstplan erfasst, werden die Bereitschaftszeiten der Pflegedienstleitung und deren Stellvertretung.


Tourenpläne

Um stets eine korrekte Tourenplanung zu gewährleisten, erfolgt diese in jedem Fall nach Standard 9. Zusätzlich wird im Anschluss an die Tourenplanung die Erfüllung aller Kontrollmaßnahmen durch Handzeichen und mit Angabe des Datums dokumentiert. Wer die Tourenplanung durchführt, ist aus der Wochenplanung ersichtlich.


Dienstbesprechungen

Dienst- und Fallbesprechungen führen wir wöchentlich durch. Damit gewährleisten wir in besonderem Maße den Informationsfluss zwischen allen examinierten Pflegefachkräften und Pflegekräften. Situationsbezogene Informationen stellen wir auch den pflegenden Angehörigen zur Verfügung.


Fallbesprechungen

Im Rahmen jeder Dienstbesprechung erfolgen auch Fallbesprechungen zwischen allen Pflegekräften, Pflegefachkräften sowie der Pflegedienstleitung und deren Stellvertretung. Für die Dokumentation der Fallbesprechungen haben wir gesonderte Vordrucke entwickelt, die in unserem Ordnersystem hinterlegt und allen Mitarbeitern bekannt und zugänglich sind. Es werden Probleme, Ziele, Maßnahmen und das Datum der Ergebniskontrolle sowie der verantwortliche Mitarbeiter festgelegt. Die Überwachung der Ergebniskontrolle erfolgt unter Zuhilfenahme des An- und Abmeldebuches. Alle Mitarbeiter werden zu Beginn einer jeden Fallbesprechung über die Ergebnisse vorangegangener Fallbesprechungen informiert.


Interne und externe Fortbildung

In unserer Hauskrankenpflege finden regelmäßig interne sowie externe Fortbildungen statt. Dazu wird am Jahresende ein prospektiver Fortbildungsplan für das kommende Jahr erstellt, der stets aktualisiert wird und Informationen zu den jeweiligen Fortbildungen (Thema, Termin, Institut und Teilnehmer) im laufenden Jahr enthält. Er ist jederzeit allen Mitarbeitern zugänglich.

Die stetige externe Fortbildung aller Mitarbeiter ist an professionellen Fortbildungsinstituten gewährleistet. Jeder Mitarbeiter, der an einer externen Fortbildungsmaßnahme teilgenommen hat, hält zu diesem Thema auch intern und im Rahmen einer Dienstbesprechung einen Vortrag.

Darüber hinaus erfolgen Fachvorträge durch externe Dozenten z. B. zu pflegefachlichen Themen und zu Themen des Qualitätsmanagements.

Regelmäßig - ca. 3-4 x im Jahr - findet eine Schulung der Mitarbeiter zum Umgang mit Notfallsituationen durch einen Facharzt statt.


Umgang mit Patientenschlüsseln

Beim Umgang mit Patientenschlüsseln arbeiten wir ausschließlich nach Standard 4. Alle Schlüssel sind anonymisiert und werden gesichert aufbewahrt. Jeder Patient erhält sowohl bei Abgabe als auch bei der Rückgabe eine Quittung über die Anzahl der von ihm abgegebenen bzw. erhaltenen Schlüssel. Erhält ein Mitarbeiter Schlüssel von Patienten, wird dieses im Schlüsselübergabebuch sowohl von der empfangenen Pflegekraft als auch von der ausgebenden PDL oder deren Stellvertretung unter Angabe des Datums, der Schlüsselnummer und des Handzeichens quittiert.


Krankenhausmeldungen

Wird für unsere Patienten ein Krankenhausaufenthalt erforderlich und damit die Versorgung durch uns unterbrochen, erfolgt unsererseits eine schriftliche Meldung an das jeweilige Krankenhaus. Zusätzlich wird - sofern abzusehen - im Voraus der betreffende Sozialdienst telefonisch informiert.


Pflegehilfsmittel

Für unsere Patienten haben wir ein Depot an Pflegehilfsmitteln. Darüber hinausgehende Pflege- und Hilfsmittel werden von uns jederzeit kurzfristig organisiert und zur Verfügung gestellt. Entsprechend der Verordnungen von Ärzten erfolgt mit der Firma Medivitalis (z.B. Toilettenstuhl, Pflegebett, Betttisch) und der Apotheke eine enge und zügige Zusammenarbeit. Unser Depot stellt sicher, dass wir dem akuten Bedarf an Hilfsmitteln unserer Patienten jederzeit gerecht werden können.